Die Grundlagen der Bartpflege.

Seit 2011/2012 erlebt der Bart einen Aufschwung. Fast gleichzeitig wurde Bartpflege auch ein Thema. Überall konnte man auf einmal Produkte für die Bartpflege kaufen. Meist online, aber das Angebot wächst stetig. Ich könnte jetzt auf Anhieb 20 Hersteller von Bartpflegeprodukten nennen, nur um es mal kurz zu verdeutlichen. Immer mehr Bartträger wurden somit auch vor die Frage gestellt, was man alles braucht, um seine Gesichtspracht zu pflegen. Leider gibt es auch sehr viel Schund zu lesen und zu hören, was man alles braucht. Verwirrende Zusammenhänge werden geschaffen, um möglichst viele teure Produkte mit dem Bart und der Wichtigkeit der Pflege in Verbindung zu bringen. Meistens klingt das alles total verständlich ist aber teilweise völlig unnötig. Ein kleines Beispiel: Ich habe neulich jemanden sagen hören, das man seine Bartbürste und seinen Bartkamm mit Bartshampoo reinigen soll. Gehen wir hier von einem Bartshampoo der Mittelklasse aus, dann sind das locker 20€. Nur für die Reinigung seines Kamms und seiner Bürste. Macht das bitte nicht! Und nein, die Stoffe aus dem Shampoo bleiben nicht in der Bürste, oder nur sehr gering. ZU gering um diese 20€ zu rechtfertigen. Also nicht alles was im Internet steht, ist auch wirklich so. Das trifft leider auch auf das Thema Bart zu.

Wichtig ist in erster Linie, dass dein Bart und vor allem die Haut, die den Bart trägt, gesund ist. Denn ohne ein gutes Fundament kann man kein Haus bauen. Entschuldige die Metapher. Aber es ist tatsächlich so. Ich werde dir jetzt in ein paar Punkten erklären, was meiner Meinung nach das wichtigste für deinen Bart ist, und welche Produkte du wirklich brauchst. Ein Bartpflegeproduktfundament so zu sagen. Stutzen, Konturen und Rasur lasse ich bewusst aus, dazu wird es extra einen Beitrag geben und gehört auch eher zum Styling, als zur Pflege.

1. Guten Morgen, lieber Bart!

Die Pflege am Morgen ist mit die wichtigste. Abhängig von deiner Bartlänge und deiner Schlafposition kann es passieren, dass die Barthaare über Stunden in einer untypischen Position liegen, oder gedrückt werden. Das ist schlecht für deine Haare. Wenn du mal über 6 Stunden deinen Arm oben halten solltest, dann wirst du wissen was ich meine. Außerdem sind unsere Betten einfach nicht die saubersten, außer du wechselst deine Bettwäsche täglich, und das würde mich wundern. Daneben gibt es noch einige unter uns, die nachts gerne mal etwas sabbern. Und wo bleibt das Zeug hängen? Genau, im Bart! Abgesehen davon fährt der Körper nachts seine Funktionen runter und das betrifft auch deine Haut und ihre Feuchtigkeit. Und plötzlich macht die Feuchtigkeitscreme deiner Partnerin Sinn. Deswegen ist es wichtig, dass du dein Gesichtsfell morgens wäscht und bürstest oder kämmst. Und wir müssen irgendwie für Feuchtigkeit sorgen. Und hier kommen wir zu den ersten Bestandteilen unseres Fundaments!

Besorg dir einen Kamm und etwas Bartöl! Nachdem du deinen Bart vorsichtig, VORSICHTIG, gewaschen hast solltest du kleine Knoten und den letzten Rest Dreck rauskämmen. Du kannst dazu auch eine Wildschweinborstenbürste nehmen, aber das muss nicht sein, und wir befassen uns ja nur mit dem Fundament. Um deiner Haut etwas Gute zu tun, nimmst du etwas Bartöl und massierst es ein. Erstens regst du mit dem Massieren deine Haut an, zweitens spendet ein Bartöl der Haut feuchtigkeit und, je nach Inhaltsstoff, pflegt es die Haut und die Haare von innen heraus. Hier eignen sich vor allem Öle, die Teile von Jojoba oder Argan besitzen. Eins von beidem findest du auch bei deiner Partnerin in den Pflegeprodukten, und das nicht ohne Grund! Drittens verleiht es deinem Bart einen schönen Glanz und Duft, was nicht zum Fundament gehört, aber eine positive Eigenschaft ist, die wir gerne ohne Mehraufwand mitnehmen. Ein weiterer toller Nebeneffekt ist, dass sich dein Bart wunderbar weich und flauschig (Hier bitte die total männliche Form von „Flauschig“ verwenden.) anfühlt.

2. Es glänzt, ich will es anfassen!

Wie eben schon erwähnt, wird dein Bart glänzen und sich wunderbar anfühlen. Das verleitet uns gerne dazu, dass wir entweder beim Nachdenken, Unterhalten oder sonstigen Aktivitäten in unserem Bart rumspielen wollen. Das ist verständlich, schließlich ist dein Bart jetzt voll toll. Aber wenn du zu viel mit deiner Bartpracht, die meisten von uns bevorzugen übrigens den Unterlippenbart oder das Kinn, rumspielst, dann ist das schlecht für deinen Bart. Wenn du gerne deinen Bart zwirbelst, was übrigens auch die meisten von uns machen, dann ist Spliss und Haarbruch die Folge.  Es gilt also: Es glänzt, ich will es anfassen, ABER ICH DARF NICHT! Kleiner Tipp am Rande. Besorg dir einen Daumen oder Handschmeichler, den du befummeln kannst, wenn du nachdenkst. Hat jedenfalls bei mir geholfen.

„Darf ich mal anfassen?“. Kennst du bestimmt. Und das kommt nicht nur von Frauen, wie die Mehrheit denkt. Auch viele Männer wollen mal eine echte Bartpracht in den Hand haben. Gerade die, die leider nicht so mit Bartwuchs gesegnet sind. Mein ernst gemeintes Beileid an dieser Stelle. Hier gilt zwar auch das, was oben steht, aber in der Regel sind solche Leute eher sehr vorsichtig. Mittlerweile haben sich ja auch schon einige Facebooksprüche durchgesetzt, und alle wissen das es ein ernstes Thema ist. Urteile also selber, ob du die Awesomeness deines Bartes mit Fremden teilen willst, oder es gar nicht magst. Bedenke aber bitte, dass du vermutlich keine Ahnung hast, wo die Menschen schon überall mit ihren Händen waren und was dann alles in deinem Bart rumwuseln kann. Und das führt uns zum 3. Punkt.

3. Schlaf gut, lieber Bart!

Nachdem du nun den ganzen Tag unterwegs warst, jede Menge Menschen deinen Bart angefasst haben, weil er einfach voll weich ist und glänzt, solltest du ihn jetzt noch mal waschen. Hier spreche ich vor allem die Bartträger an, deren Bärte schon eine gewisse Länge haben. Solltest du einen 3 Tage Bart tragen, dann reicht es absolut aus, wenn du ihn sorgfältig mit lauwarmen Wasser wäschst. Männer mit viel Bart sollten jetzt noch mal ordentlich durchkämmen oder bürsten. Jetzt kommt wieder etwas fürs Fundament: Besorgt euch PH neutrales Shampoo ohne Silikone! Silikone haben zwar auch Vorteile, es das ungünstige ist, dass es die Haut versiegelt. Dadurch verliert die Haut zwar weniger Feuchtigkeit, aber die Haut kann nur schwer atmen. Und da du ja Fellträger bist, solltest du das nicht noch fördern. Abgesehen davon gilt, wo nichts raus kann, kann auch nichts mehr rein. Wäre schlecht für dein Bartöl Es gibt natürlich Bartshampoos, und die lohnen sich auch, braucht man aber nicht unbedingt. Beim Waschen mit einem Shampoo solltest du bitte folgende Regeln beachten. Es reicht aus, wenn du deinen Bart 2-3 mal in der Woche mit Shampoo wäschst. An den anderen Tagen nutzt du nur lauwarmes Wasser. Wenn wieder mal ein Shampootag ist, dann massiere das Shampoo vorsichtig ein. Mach keine Rubbelbewegungen. Das reißt dir deine Barthaare unter Umständen raus, und das ist das Letzte was du willst. Es dauert zwar alles etwas länger, aber die Zeit nimmst du dir für deinen Bart doch gerne, oder? Gut, dass dachte ich mir. Je nachdem was du für ein Shampoo verwendest solltest du deinen Bart ordentlich ausspülen. Nach dem waschen gilt das gleiche noch mal – NICHT RUBBELN! Tupfe deinen Bart trocken, oder streiche das Handtuch mit dem Wuchs über deine Haut. Kleiner Tipp am Rande: Bürste deinen Bart vor den Abtupfen hoch, so dass du etwas belämmert aussiehst. Du wirst merken, warum. Jetzt noch etwas Bartöl rein für die Nacht – quasi als Unterstützung für unseren körpereigenen Feuchtigkeitshaushalt. Fertig.

4. Reinige dein Werkzeug!

Eins der wichtigsten Dinge überhaupt, ist die Reinigung der Gegenstände, die du für deine Bartpflege benutzt. Wenn du Jemand bist, der sowieso schon nach jedem Bürsten die Haare aus der Bürste entfernst, dann ist das für dich fast kein Thema mehr. Aber das schlimmste sind nicht die Haare, sondern die kleinen Dreckreste und Rückstände, die du kaum siehst. Es reicht absolut, wenn du deinen Kamm oder deine Bürste mit warmem oder heißem Wasser ausspülst. Falls du Bürste UND Kamm besitzen solltest, benutze deinen Kamm um deine Bürste zu reinigen. Ein Kamm lässt sich viel besser säubern, als eine Bürste. Und um das Beispiel vom Anfang noch mal zu nehmen: du musst nicht teures Shampoo zur Reinigung verwenden! Es bleiben zwar geringe, wirklich sehr geringe, Mengen über die du dann bei der nächsten „Bürstung“ verteilst, aber das lohnt sich einfach nicht.

Hier noch mal eine kleine Liste von Werkzeugen, die du brauchst, um deinen Bart ordentlich pflegen und mit allem Versorgen zu können, was er braucht.

Kamm – Er sollte antistatisch und möglichst aus Holz, Horn oder aus Rhodoit hergestellt sein. Damit entfernst du grobe Rückstände und Knoten. Außerdem „legst“ du deine Barthaare wieder in Wuchsrichtung.

Bartöl – Achte darauf, dass Argan oder Jojobaöl verwendet wird. Es spendet der Haut und den Haaren Feuchtigkeit. Nicht so fundamental: es bringt deinen Bart zum glänzen und riecht gut. Deine Partnerin wird es dir danken!

Bartshampoo – Es sollte ph neutral und ohne Silikone sein. Es entfernt den kleinen Dreck, der sich in deinem Bart verfängt.

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Das klingt jetzt alles unheimlich viel, aber mit der Zeit wird es zur Routine. Und dein Bart wird es dir danken! Ich habe dir jetzt auch nur aufgeführt, was ich für eine angebrachte Pflege halte. Um dem Ganzen mal etwas Wind aus den Segeln zu nehmen. Die Ansichten sind alle verschieden, und auch du wirst mit der Zeit alles für dich anpassen. Denn bei all dem Hickhack muss man sich dabei vor allem wohl fühlen. Wenn es zu einer Last wird, dann macht es auch keinen Spaß mehr.

Falls du mir schreiben möchtest, wie deine tägliche Bartpflege aussieht, oder du etwas ganz anders siehst, dann schreib mir doch einen Kommentar dazu. Schließlich können wir dadurch alle nur profitieren!

Let it grow // Steffen

Ratapeng

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