Bartinterview // Markus, 40 – Hollywoodian

Dieses Mal haben wir Markus ein paar Fragen stellen können. Der Bartträger aus Essen hat mit uns über Toleranz, die Definition des Bartes und eine lustige Verwechslung gesprochen.

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Rata.Peng!: Am Anfang direkt wie immer die Frage, die Bartträger wohl mit am häufigsten hören – wie lange lässt du deinen Bart schon wachsen und wie lang ist er mittlerweile?
Markus: Im jetzigen Umfang lasse ich ihn seit 2 Jahren wachsen. Allerdings trage ich schon seit ca. 10 Jahren einen Bart, der mal umfangreicher, mal weniger umfangreich war. Er ist mittlerweile 12cm lang.

Rata.Peng!: Ab einer gewissen Bartlänge sollte man seinen Bart immer pflegen. Was tust du täglich für deinen Bart und was machst du, wenn du abends ausgehst?
Markus: Die Pflege ist eigentlich immer gleich, jeden Tag: waschen, Bartöl hinein, föhnen. Manchmal, wenn er zu widerspenstig ist, kommt noch etwas Bart Balsam dazu. Je nachdem wie gut er am Abend noch sitzt, wird er in der Regel nur noch mal etwas in Form gebracht, bevor ich ausgehe. Es gibt aber auch die Bad-Beard-Days, da wird die Prozedur vom Morgen noch mal wiederholt.

Rata.Peng!: Ich persönlich habe mit kleinen Mitteln und Tipps angefangen meinen Bart zu pflegen. Hast du vielleicht einen ganz guten Geheimtipp für uns?
Markus: Ich glaube, es gibt mittlerweile keinen Tipp mehr, den nicht schon irgendjemand gegeben hat. Ich habe vieles ausprobiert, was es an Bartpflegeprodukten gibt. An speziellen Produkten nutze ich regelmäßig ein Bartöl, ab und zu den Bart Balsam und das war es auch. Zum Waschen nehme ich ein Reinigungsgel von Men Expert, dass für das Gesicht und den 3-Tage-Bart gedacht ist. Das funktioniert aber auch hervorragend bei einem üppigeren Vollbart.

Rata.Peng!: Du wirst deinen Bart nicht ohne Grund tragen – willst du erklären, warum du ihn trägst und welche Bedeutung er für dich hat?
Markus: Der Bart ist eines der unübersehbaren äußeren Merkmale von Männlichkeit. Ich denke, bei den meisten Bartträgern ist das ein – mehr oder weniger stark ausgeprägter – Punkt: der Bart stärkt und unterstützt das eigene Selbstwertgefühl, insbesondere, wie sehr ich mich als vollwertigen Mann sehe und auch als ein solcher fühle. Natürlich definiert sich Männlichkeit nicht nur über das Äußere Erscheinungsbild, aber es trägt dazu bei.
Möglicherweise spielt dabei auch eine Rolle, worauf ich als schwuler Mann bei anderen Männern achte. Ich persönlich mag da eher den Typ mit natürlich männlicher Ausstrahlung und Erscheinung und für mich gehört da auch ein Bart zu. Genau dieses Bild habe ich auch von mir selbst und fühle mich damit am wohlsten.

Rata.Peng!: Im Normalfall ist die Bartgemeinde eine sehr friedliche. Einer der wenigen Streitpunkte ist, ab wann ein Bart auch als solcher betitelt werden darf. Mal abgesehen von der Definition an sich. Wie siehst du das?
Markus: Aus solchen Diskussionen halte ich mich gerne raus. Auch ein 3-Tage-Bart ist ein Bart, wie der Name schon sagt. Ich denke, jeder soll seinen Bart so tragen, wie er möchte, und das auch anderen zugestehen. Ich halte ebenfalls nichts davon, anderen vorzuwerfen, dass sie einen Bart ja nur tragen, weil es gerade „In“ ist. Das soll jeder handhaben, wie er mag und mich so handhaben lassen, wie ich es möchte.

Rata.Peng!: Ich höre immer mal wieder von verrückten Geschichten, die Bartträger erlebt haben. Positive wie auch negative. Hast du auch eine für uns auf Lager?
Markus: Jeder Bartträger kennt vermutlich die dummen Sprüche, dass man Dank des Bartes ja aussehen würde wie ein Terrorist. Das sind dann eher die unschönen Erlebnisse mit kleingeistigen Menschen. Auch ernsthafte Sorgen und Bedenken sind da schon in Bezug auf mich geäußert worden, ob ich jetzt zum IS gehören würde.
Amüsant fand ich hingegen, dass ich eine Zeit lang, als der Bart noch etwas kürzer war, ständig mit Sido verglichen wurde, obwohl ich da überhaupt keine Ähnlichkeit sehe. Aber ich bin auf der Straße darauf angesprochen worden, ob ich den wüsste, dass ich wie Sido aussehe. Oder Mädchen haben mich angeschaut und dann angefangen zu kichern und tuscheln, während zwischendurch auch wieder der Name des Rappers zu hören war. Es ist auch vorgekommen, dass mir am Bahnhof recht lautstark „ Ey, Sido!“ hinterher gerufen wurde. Zwischenzeitlich habe ich überlegt, ob ich nicht Geld für Autogramme und gemeinsame Fotos nehmen soll.

Rata.Peng!: Wir feiern unsere Bärte. Keine Frage. Aber es gibt da die paar kleinen Momente, wo wir ihn auch etwas verfluchen. Ich sage nur „Döner“. Was ist dein Hassgericht, wenn es um Essensreste in deinem Bart geht?
Markus: Fast Food ist mit Sicherheit das, was ich versuche zu vermeiden. Einen Burger kann ich kaum essen, ohne das Dinge im Bart hängen bleiben. Wenn dabei dann noch Barbecue-Soße im Spiel ist, sehe ich hinterher manchmal aus wie ein Statist aus „The Walking Dead“.
Prinzipiell sind Soßen und Milchschaum beim Kaffee wohl meine größten Feinde.

Rata.Peng!: Wenn du einem „Bartneuling“ genau 3 Tipps geben könntest, welche wären das?
Markus: 1. Du brauchst Durchhaltevermögen! Es gibt durchaus Übergangslängen beim Bart, die weniger schön aussehen und bei denen man versucht ist, alles aufzugeben. Da muss man durch, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten.
Außerdem werden sicherlich einige Personen aus dem eigenen Umfeld (Familie, Freunde, Freund/in) darüber meckern und versuchen einen davon zu überzeugen, dass man sich doch bitte wieder rasieren soll. Davon darf man sich nicht beeinflussen lassen. In erster Linie trägt man den Bart für sich selbst, für das eigene Wohlbefinden, in welcher Hinsicht auch immer. Da sollte man auf sich hören und nicht auf das, was andere sagen – außer sie unterstützen Dich in Deinem Vorhaben.
2. Mit einem Bartöl kann man ruhig frühzeitig anfangen. Zum einen macht es den Bart weicher, der am Anfang manchmal noch recht kratzig ist, und es pflegt von Beginn an die Haut unter dem Bart, die sonst schon mal mit Spannungsgefühl oder Juckreiz reagieren kann.
3. Suche Dir rechtzeitig einen guten Barbier! Genug Bartträger stutzen und trimmen selbst. Bis zu einem gewissen Grad mache ich das auch an der einen oder anderen Ecke. Aber um grundlegend Form hineinzubringen und diese auch zu halten, ist der Barbier meist die beste Wahl. Allerdings sollte man dabei gut aufpassen. Der aktuelle Hype bringt da eben auch genug Leute auf die Bühne, die keine Ahnung von dem haben, was sie da machen und die nur einen schnellen Euro verdienen wollen.

Rata.Peng!: Dein Motto?
Markus: Niemals aufgeben!

Danke und schöne Grüße an dieser Stelle an Markus!

Wenn auch ihr lust habt eure Bartgeschichte zu erzählen, oder ein Interview zu führen, dann lasst es uns wissen!

Ratapeng

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